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Nachruf Fritz Moßmann v/o. EAH Spitz
Ein treuer Wegbegleiter aus der Gründer- und Reaktivierungzeit der Horlogia ist nicht mehr unter uns.
„Allem Leben, allem Tun, aller Kunst muß das Handwerk vorausgehen, welches nur in der Beschränkung erworben wird“ – So nachzulesen bei Goethe und als Zitat in „Wilhelm Meisters Wanderjahre“ und für die Mühen und das allen Horlogen entgegengebrachte Verständnis von uns allen erlebt.

Fritz Moßmann v/o EAH Spitz wurde am 16.05.2001 im 123 Couleursemester auf seinem letzten Weg von uns begleitet. Die Aktivitas, Chargen und Alte Herren erwiesen Ihm die letzte Ehre. Die Älteren unter uns, sowie sein Leibfux Big als auch seine Zipfelbrüder Bbr. Tasso, Bbr. Cognac und Bbr. Zacke können sich sicherlich gut erinnern – an die nie vergessenen Kneipen, Sonntage und gemeinsamen Feste, wo EAH Spitz im Kreise seiner Freunde den Wein genoß und an seinen Humor. Ebenso, wie viele aus der Bierfamile Qualm, erlebten viele andere auch das „Cafe Spitz“ in der Baumannstraße 32 und pflegten so über Generationen bestehende Freundschaften. In jeder Fidulität erheiterte er uns durch hervorragende Geschichten und stand jedem mit seiner lebensfrohen Art auch persönlich zur Seite.

Als Sohn des aus Steinach zugezogenen Schneidermeisters Wendelin Moßmann und dessen Ehefrau Frieda Roth – sie war die letzte Färberin auf der „alten Färbe“ – wurde er am 16.05.1909 als viertes von 6 Kindern in Furtwangen geboren. Hier besuchte er die Volksschule, die Bürgerschule und ab 1923 die Badische Uhrmacherschule, die ein Jahr zuvor den Status einer „Fachschule für Uhrmacherei, Elektro- und Feinmechanik“ erhalten hatte. Er erlernte den Beruf als Elektrotechniker. 1925 trat er als Fux in die Horlogia ein. 1932 legte er als jüngster Bewerber vor der Handwerkskammer in Freiburg die Meisterprüfung des Elektrohandwerks ab. Ein Jahr später heiratete er Marta Moßmann aus Breisach, aus der Ehe ging ein Sohn hervor. 1983 feierte er die Goldene Hochzeit.
Kurze Zeit darauf verstarb seine Frau, die vielen von uns als Ehrendame Mock ebenfalls ein Begriff von Herzlichkeit hinterließ und vielen Studenten stets gern ein Besuch zum Kaffeetrinken eine Stätte des menschlichen Gedankenaustauschs war.
Als 1960 die Wiedergründung der Horlogia anstand, war er mit vollem Einsatz dabei. 22 Semester AH xxx und Archivar, 14 Semester AH xxx und weitere 6 Semester Achivar zeugen von Gewissenhaftigkeit und Zuverlässigkeit, die er auch in vielen Gesprächen mit den Aktiven als Vorbild einforderte. Seine Ämter bereiteten Ihm neben viel Engagement auch Freude, die er stets hochhielt. Die Ehrenbezeichnung EAH trug er zurecht.

Die Hobbies von Fritz Moßmann waren auch im vorgerückten Alter das Reisen und die Uhrmacherei. So stehen in vielen Räumen in und um Furtwangen Uhren, die von unserem Bbr. EAH Spitz persönlich betreut wurden. So ließ er sich z.B. nicht nehmen, die Uhren im Gasthof Ochsen einmal in der Woche aufzuziehen und anschließend am Stammtisch sein Viertele Gutedel zu trinken. Dieses Hobby genoß er, bis er aufgrund von grauem Star nahezu blind war. Ebenso sind vielen von uns noch die Couleurbummel bekannt, die Spitz für die Horlogia organisiert hat. Dabei handelte es sich meistens um vergnügliche Busfahrten, die uns in die Täler und Höhen des Südschwarzwaldes brachten. Es war für ihn immer eine besondere Aufgabe, die er mit viel Engagement und Anekdötchen erfüllte.. Es gehörte dazu, dass er mindestens einmal mit einem Aktiven eine Vorerkundungstour startete und dabei auch die Einkehrmöglichkeiten testete. Aufgrund der schlechten Sehkraft fühlte sich Spitz unsicher und ging zum Schluß fast nicht mehr aus dem Haus. Seine treue Gefährtin, Frau Dietrich, stand ihm stets zur Seite und pflegte ihn bis zum Schluß. Dafür sei Ihr recht herzlich Dank.
Viele Horlogen haben mit ihm einen ans Herz gewachsenen Menschen verloren, der ihre Studienzeit in Furtwangen auf vielen Stationen begleitete und auch als verschwiegener Freund jedem mit Rat und Tat zur Seite stand.

Abdullah, Cabrio und Ina



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